Donnerstag, 19. März 2015

Sightseeing Teil 2 - Die Pillnitzer Kamelie

Wie ich euch gestern schon berichtet hatte, waren wir ja in Dresden.

Heute möchte ich euch noch ein wenig über die Pillnitzer Kamelie erzählen.


 Unter der Bezeichnung Kamelie werden 82 Arten immergrüner kleiner Bäume und Sträucher aus der Familie der Theaceae (Teegewächse) zusammengefasst, deren Herkunfstgebiete in Südost- und Ostasien liegen. Erste Pflanzen der wohl attraktivsten Art Camellia japonica sollen bereits im 17. Jahrhundert durch Kaufleute der Ostindischen Kompagnie nach England gelangt sein. Die Herkunft und das genaue Alter der Pillnitzer Kamelie konnten bisher nicht zweifelsfrei ermittelt werden. Die Pflanze ist vermutlich in den 80er Jahren des 18. Jahrhunderts nach Pillnitz gekommen.


Der Legende nach brachte der schwedische Botaniker und Schüler von Linné, Karl Peter Thunberg (1743 - 1828) vier Kamelienpflanzen (Camellia japonica) von seiner Japanreise (1775 - 14776) in die Königlichen Botanischen Gärten Kew bei London. Ein Exemplar verblieb in Kew, die anderen drei Pflanzen sollen in die Gärten Herrenhausen bei Hannover, Schönbrunn bei Wien und Pillnitz bei Dresden weitergegeben worden sein. Wenn dies zuträfe, wäre die Pillnitzer Pflanze das einzig überlebende Exemplar der von Thunberg aus Japan mitgebrachten Kamelien. Thunberg, der insgesamt ein Jahr und fünf Monate als Arzt an der holländischen Faktorei auf der Insel Dejima in Nagasaki tätig war, besuchte England 1779 auf seiner Rückreise nach Schweden. Ausgehend von dieser Tatsache und den Erkenntnissen über die Verbreitung der Kamelie vor 1800 kann angenommen werden, das die Pillnitzer Kamelie zwischen 1780 und 1790 an den Dresdner Hof gelangte.

 

Bereits 1801 pflanzte der Hofgärtner Terscheck sie an dem Ort aus, an dem sie heute noch steht. Von Anfang an wurde sie im Winter abgedeckt, anfangs noch mit Stroh und Bastmatten, später mit Holzhäusern, die auf komplizierte Weise auf- und abgebaut sowie beheizt werden mussten. Anfang Januar im Jahre 1905 kam es durch eine Überhitzung des Heizhauses zu einem Brand des hölzernen Kamelienhauses. Durch das bei einer Außentemperatur von -20° Celsius zu einem Eisberg gefrorene Löschwasser wurde die Pflanze geschützt und trieb noch im gleichen Frühjahr wieder aus.


1992 erhielt die Pillnitzer Kamelie ihr neues, erstmals fahrbares Schutzhaus, in dem Temperatur, Belüftung, Luftfeuchte und Beschattung durch einen Klimacomputer geregelt werden. Das Haus ist 13,2 m hoch, wiegt 54 Tonnen und umfasst einen Luftraum von 1864 m³. Von Mitte Oktober bis Mitte Mai verbringt die Kamelie bei einer Temperatur von 4-6 °C die kalten Monate. In der warmen Jahreszeit wird das Haus neben die Kamelie gerollt, so das die Pflanze frei im Park steht.


Mittlerweile hat die über 250 Jahre alte Kamelie eine Höhe von 8,90 m, einen Durchmesser von 11 m und einen Umfang von über 33 m erreicht. Die Blütezeit fällt in die Monate Februar bis April. Das Kamelienhaus hat dann von 10:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. Die zehntausenden Blüten sind ungefüllt, Karminrot und duften nicht.
 
Quelle: Flyer Die Pillnitzer Kamelie


In dem Kamelienhaus gab es auch ein paar andere, viel kleinere Exemplare zu besichtigen. Natürlich möchte ich euch die auch nicht vorenthalten.





Schaut mal, ist das nicht wunderschön?


Blumige Grüße und bis bald meine Lieben,

eure Kathleen

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